MODERNE GEBÄUDETECHNIK FÜR UNSERE DENKMALGESCHÜTZTE KIRCHE

Ein historisches und denkmalgeschütztes Gebäude wie unsere schöne alte Kirche ist für die Gebäudetechnik eine besondere Herausforderung. So steht es stets im Vordergrund die schöne, alte Gestalt zu wahren, aber trotzdem eine Nutzbarkeit zu ermöglichen, die den aktuellen Erwartungen entspricht. Das gilt für die schwierige Mischung aus Kerzenlicht und ausreichender Beleuchtung, aber auch besonders für die Raumtemperatur.

Einerseits ist ein über 800 Jahre altes Gebäude auch „historisch temperiert“ und folgt seinen eigenen Temperaturentwicklungen über das Jahr, andererseits wollen wir uns darin wohl fühlen. Was den Besucher im Sommer als angenehm kühl erfreut, wäre im restlichen Jahr eher zu kalt.

Also stehen sich der Wunsch nach Behaglichkeit der Besucher und die Bedürfnisse des Gebäudes zeitweise entgegen. Wir haben es gern schön warm, aber die historischen Hölzer als auch die moderne Holzorgel haben ihre Probleme mit warmer Heizungsluft. Ursache hierfür ist die temperaturabhängige relative Luftfeuchte – je wärmer desto trockener. Um hier einen optimalen Kompromiss aus dem Schutzbedürfnis des alten Gebäudes und den Wünschen der Nutzer zu erreichen haben wir vor wenigen Jahren eine computergesteuerte Heizungsregelung eingebaut. Diese hebt passend zu Beginn von Gottesdienst oder Veranstaltungen unter optimaler Ausnutzung der Wärmeenergie behutsam die Raumtemperatur über mehrere Stunden an und hält diese konstant. Daher mag es manchen irritieren, dass die Heizkörper unter den Bänken zu Gottesdienstbeginn nicht besonders warm sind. Dies ist aber logisch, denn selbstverständlich heizt die Anlage nur so lange bis die Zieltemperatur des Raumes erreicht ist. Durch diese Regelung wird sichergestellt, dass es erstens nicht zu warm wird und zweitens die Temperatur nicht zu schnell steigt. Positiver Nebeneffekt ist, dass man nicht wie früher auf den „glühenden“ Heizkörpern sitzt, welche sich unter den Sitzbänken befinden.  Je nach Sitzplatz und Raumeinfluss – wie beispielsweise in Fensternähe – wird es aber immer unterschiedliche Temperaturen geben. Im Übrigen tragen sowohl die Kerzen als auch die Anwesenden zur Erwärmung der Kirche nicht unerheblich bei, die Weihnachtsgemeinde kann das sicherlich bestätigen. Sollte die Raumtemperatur trotzdem mal nicht optimal für Sie sein, haben Sie Verständnis für das alte Gemäuer.

Peter-Christian Ochs