KGR Mitglieder neu

Vom Pfarrsprengel zur Fusion – AUS DEM KIRCHENGEMEINDERAT

Nun ist die Entscheidung gefallen. Alle drei Kirchengemeinderäte haben mit großer Mehrheit beschlossen, zum 1. Januar 2022 aus den Kirchengemeinden Wohldorf-Ohlstedt, LemsahlMellingstedt und Bergstedt die neue Kirchengemeinde Oberalster-Bergstedt zu bilden.

Das ist ein guter Start und nun gilt es, in den nächsten Monaten dies zu konkretisieren. Das sind zum Teil recht formale Dinge, die da noch beschlossen und geregelt werden müssen, zum Teil aber auch viele inhaltliche Fragen. Wie soll das Gemeindeleben gestaltet werden, damit es uns gelingt, stärker zusammen zu wachsen, uns gegenseitig besser kennenzulernen und auszutauschen? Das ist durch Corona natürlich in besonderer Weise erschwert. Außer Gottesdiensten findet im Moment praktisch kein Gemeindeleben statt. Die Kirchengemeinderäte tagen in diesem Jahr aber schon alle 2 Monate gemeinsam, denn mehr und mehr werden nun die Entscheidungen gefällt, die das nächste Jahr betreffen und da müssen alle mit einbezogen sein.
So haben wir uns mit der konzeptionellen Planung für die Kirchenmusik und mit Gebäudefragen beschäftigt. Die Ausschüsse entwickeln Konzepte für die Jugendarbeit und für die Öffentlichkeitsarbeit. Ab Dezember dieses Jahres wird es dann einen neuen, gemeinsamen Gemeindebrief geben. Wir merken schon jetzt: allein dadurch, dass wir den Verantwortlichen aus den Gemeinden erst mal erläutern müssen, was unsere bisherige Praxis und Tradition war, hinterfragen wir uns selbst, bekommen Anregungen, wie die anderen es machen. So kommen wir heraus aus dem, „das haben wir schon immer so gemacht, das muss auch so bleiben“ und dem „das funktioniert bei uns sowieso nicht.“ So werden wir in den nächsten Monaten noch manches Thema neu bedenken. Möge dies auch weiter in dem Geist der gegenseitigen Wertschätzung gelingen, mit dem wir begonnen haben.
Noch findet die Fusion nur in den Planungen der Kirchengemeinderäte statt. Sobald wir die CoronaBeschränkungen hinter uns lassen können, betrifft sie auch das gesamte Gemeindeleben. Dabei werden wir das Bewährte bewahren und die Chancen für neue Prozesse nutzen. In den vergangenen Monaten haben sich schon manche Menschen aufgemacht und haben die Präsenzgottesdienste in den Nachbargemeinden aufgesucht. Das war ein schönes Zeichen für das Interesse an unserer gemeinsamen neuen Gemeinde.
In den Monaten zwischen den gemeinsamen Kirchengemeinderatssitzungen tagt bis zum Ende des Jahres noch jeder KGR allein. Für die Kirche in Bergstedt ging es in besonderer Weise um die geplante Kirchturmsanierung. Auf der Suche nach Fördergeldern für die Kirchturmsanierung sind wir auf eine Möglichkeit gestoßen, die uns bis dahin unbekannt war. Es gibt Bundesmittel für Denkmalschutz, ein Sonderprogramm des Bundesministeriums für Kultur und Medien (BKM). Dieses wird durch Bundestagsabgeordnete, also die Politik, unterstützt. Es ist so gedacht, dass dieses Programm 50% der Kosten trägt und die weiteren 50% von den Bundesländern übernommen werden können. Die Frist zur Beantragung war für dieses Jahr gerade noch einhaltbar. Da dieses Programm durchaus größere Maßnahmen als nur unsere Turmsanierung allein fördert, haben wir daraufhin die weiteren größeren Maßnahmen, die wir aus eigenen Mitteln nicht leisten können, zusammengestellt. Unsere Freude war riesengroß, als in diesen Tagen die Nachricht kam, dass die Bergstedter Kirche aus diesen Fördermitteln saniert werden kann. 417.500,00 € hat der Haushaltsausschuss des Bundestages freigegeben. Die gleiche Summe wurde uns von der Stadt Hamburg zugesagt, so dass wir neben der Turmsanierung auch den gesamten Innenraum der Kirche mit Bestuhlung, Empore, Altar und Arp-Schnittger-Orgel und weiterem in den kommenden Jahren sanieren können.
Viele Menschen in Bergstedt und weit darüber hinaus sind dankbar für diese Maßnahmen.

Peter-Christian Ochs Richard Tockhorn